Die Nacht war ganz normal. Zur Überwachung durfte ich bei Mutti schlafen und war ganz artig und habe auch nicht gekrampft.

Der Schultag war richtig, richtig entspannt. Ich durfte ganz viel außerhalb vom Rolli sein. Das fand ich richtig gut und hab das sehr genossen.
2x haben sich meine Hände für ca. 5 Minuten blau verfärbt. Mir ging es aber gut dabei. Meine Beine waren wieder sehr oft auf Spannung.

Nach der Schule hatte ich einen Termin im Sanitätshaus. Der Stehständer mußte komplett neu eingestellt werden.

Sieht gut aus.

Aktuell paßt er noch. Er geht auch bis 130 cm Körpergröße.

2020 dürfte er noch ausreichen. Dann ist die nächste Größe dran.

Das wär wieder was für Papa. Der ist sogar richtig schnell mit 15 km/h. Und in schickem Racinggreen. Sehr britisch - fast wie ein Jaguar. :-)

Ich brauchte heute nicht zur Schule, da ich um 11.30 Uhr einen EEG-Termin und um 13 Uhr einen Gesprächstermin bei der Neuropädiaterin in der Uniklinik hatte. Das ging nicht anders und aufgrund des neu eindosierten Lamotrigin ist das natürlich auch wichtig.

Papa hat den Urlaubstag genutzt, um noch schnell seinen neuen Personalausweis bei der Stadtverwaltung abzuholen. Und Mutti war noch schnell bei der Anwältin und hat etliche Telefonate erledigt.

Stilliegen ist nicht so meins, wie man an den Bewegungen im EEG sieht. Hier mußte eine Pause eingelegt werden. Die EEG-Dame hatte Angst, ich könne von der Liege fallen.

Na gut, dann schlaf ich eben.

Dann sieht man wenigstens ein bißchen was im EEG.

Fertig. Die Zeit bis zum Arztgespräch haben wir mit Kaffee und Mettbrötchen (für Papa) bzw. Bananenjoghurt für mich überbrückt.

Das EEG war wie immer nicht berauschend. Mit 30mg ist das Lamotrigin jetzt in einer Dosis angekommen, ab der es überhaupt erst eine Wirkung entfalten kann. Ab morgen steigern wir es auf 40mg und zwei Wochen später auf 50mg. In drei Monaten gibt es ein Kontroll-EEG und dazwischen telefonieren Mutti und die Ärztin bei Bedarf.

Wir waren so zeitig fertig, daß Papa und ich noch schnell baden und Haare waschen (also ich) konnten.

Bei der Logopädie.

Um 8 Uhr hatte ich meinen Termin beim Kinderarzt zur Blutabnehmen und Grippeschutzimpfung. Meine Neuropädiaterin benötigt am 4.11. die Blutwerte, wenn ich zum EEG und zum Gespräch komme. Das Lamotrigin ist jetzt auf 30mg eindosiert ohne Nebenwirkungen. Gefühlt sind meine epileptischen Anfälle etwas weniger und vor allem etwas weniger heftiger geworden. Die Intensität ist verringert. Von Anfallsfrei oder gut reden wir bei weitem nicht, aber von etwas besser.

Ich war dadurch etwas später in der Schule und meine Eltern noch viel später auf der Arbeit. Wir sind gleich los zur Schulandacht. Nach der Pause haben wir gefrühstückt und danach haben mich die Damen etwas in Ruhe gelassen, weil sie dachten, ich wurde ja geimpft. Dann sind wir zur Insel und da habe ich mit einer Echse aus Plastik gespielt. Die fand ich richtig gut! Ich habe sie sogar gegen einen anderen Schüler verteidigt und habe sogar gewonnen!

Vor der Krankengymnastik hab ich nochmal den Seemann besucht. Der sitzt so sympathisch vor einem Geschäft in Stockelsdorf.

Und dann hab ich fleißig geturnt.

Trotz Impfung!

Man beachte das Gespenster-Pflaster!

Es macht keinen Spaß!

Die Beihilfe hat seit Jahren Oles Orthesenschuhe gezahlt. Problemlos. Unter Anrechnung eines Eigenanteils, weil man sich ja Schuhe kauft, aber eben "normale" Schuhe.

Nun meinte ich, der Eigenanteil wäre in der Vergangenheit niedriger gewesen und fragte nach, ob die 64 EUR richtig seien. Mir war nach 45 EUR, aber vielleicht verwechsel ich das auch mit dem Eigenanteil in der gesetzlichen KV.

Die Überprüfung ergab nun:

In Zukunft werden die Orthesenschuhe gar nicht mehr bezahlt!

Begründung:

Orthesenschuhe sind nach unserer Beihilfeverordnung nicht beihilfefähig. Diese Schuhe sind den Gegenständen zuzuordnen, die der allgemeinen Lebenshaltung unterliegen und somit von der Beihilfefähigkeit ausgeschlossen sind.

Die Liste der Ziffer 8 Anlage 5 der BhVO ist keine abgeschlossene Auflistung von ausgeschlossenen Gegenständen, sondern bietet lediglich einen exemplarischen Überblick. Das Bundesbeilferecht findet keine Anwendung.

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Für die DRV Nord gilt aufgrund des §1 Abs. 3 BhVO, daß die Regelungen der Beihilfeverordnung S-H inklusive Durchführungshinweise und der Erlasse des Finanzministeriums S-H verbindlich anzuwenden sind. Eine Öffnungsklausel, bei geregelten Sachverhalten andere Maßstäbe zur Anwendung kommen zu lassen, besteht nicht. Ein Ermessensspielraum für Härtefälle oder Einzelfallentscheidungen ist nicht gegeben.


Bei einem  Anruf beim Dienstleistungszentrum Personal S-H (dort wird die Beihilfe für die Landesbeamten abgerechnet), bekam ich folgende Antwort: Orthesenschuhe sind natürlich beihilfefähig, aber mit einem Eigenateil.

=> Schön, daß die Landesbeamten S-H anscheinend Orthesenschuhe bekommen! Die kennen anscheinend die Rechtslage nicht... ;-)


In einem Urteil des Verwaltungsgerichts Gießen zur Beihilfefähigkeit von Orthesenschuhen vom 6.12.2012, Aktenzeichen 5K96/12.GI hat das Gericht in einem identischen Fall entschieden, daß Orthesenschuhe beihilfefähig sind. Die Auffassung, daß Orthesenschuhe einen Gegenstand der allgemeinen Lebenshaltung ersetzen, wurde vom Gericht nicht geteilt..

Telefonischer Kommentar des Finanzministeriums dazu auf telefonische Nachfrage:

Der Fall wurde lange und eingehend geprüft. Das Urteil aus Hessen eines anderen Bundeslandes interessiert uns in S-H nicht und Kassenpatienten haben sooo viele Nachteile gegenüber Privatversicherten mit Beihilfeansprüchen, da muß man das mit den Orthesenschuhen eben hinnehmen.


Sorry, aber ich kann diese Scheixxe nicht mehr hören! Privatversichert ist ganz toll, wenn man nichts hat und nur mal ein bißchen Physiotherapie benötigt. Sobald Hilfsmittel etc ins Spiel kommen, ist es das Allerletzte!

Orthesenschuhe sind keine normalen Schuhe und damit nicht normale Lebenshaltung! Habt ihr auch alle im Schrank als normales Schuhwerk, oder?

Wenn man diese Schuhe nicht so aufklappen könnte, um den Fuß in der Orthese quasi reinzuschieben, dann wäre es gar nicht möglich, einen Schuh anzuziehen.

Orthesen ohne Orthesenschuhe funktionieren auch nicht. Zusätzlich muß der Schuh geeignet sein, um eine Beinlängendifferenz von 1cm auszugleichen.

Ich werde Widerspruch einlegen und anschließend klagen.

Ab sofort findet ihr den Blog nur noch hier.

Es wird Beiträge geben, die ohne Registrierung der Öffentlichkeit zugänglich sind, wenn es z.B. um Therapien, (meine) Behinderung, Hinweise auf andere Webseiten usw. geht. Und es wird Beiträge geben, die nur registrierten Nutzern zur Verfüng stehen. Die Registrierung muß von mir bzw. Mutti freigegeben werden. Wer nicht persönlich bekannt ist oder schon lange in virtuellem Kontakt mit mir/uns steht, möge sich bitte per E-Mail kurz outen, wer er/sie ist und warum ein Interesse besteht.

Vielen Dank dafür!