Ich bin um 3.35 Uhr wach geworden.

Tagesplan:

08:00 Uhr Gangtrainer
09:00 Uhr Schule
10:00 Uhr Bewegungsbad
11:30 Uhr Stehtraining
14:30 Uhr Physiotherapie (45 Minuten)

Warten aufs Baden:

Ja, es ist das, wonach es aussieht! Ich schlafe (kurz) bei der Physio.

NF-Walker mit Bauchgurt statt Tuch/Schal:

Hier schläft ein erschöpftes Schulkind:

Papa war hochzufrieden: Ich habe bis 5.30 Uhr durchgeschlafen. :-)

Tagesplan:

09:00 Uhr Gangtrainer
10:30 Uhr Hilfsmittelversorgung
13:30 Uhr Ergotherapie
15:30 Uhr Motomed

Die Orthopädiemenschen, die meinen Schuh so  hübsch erhöht haben, waren so lieb und haben das Klettband an meinem Abduktionskeil für die Karre neu festzukleben. Außerdem haben sie einen Tropfen Kleber spendiert und meine Orthesen innen geklebt. Da fing das Polster an, sich abzulösen. Ein sehr netter Service.

Als Hilfsmittelversorgung wurde mir ein NF-Walker angepaßt. Spannendes Teil! Ich war ziemlich neutral und artig. Von allen Kindern, denen zuletzt ein NF-Walker angegepaßt wurde, war ich auf jeden Fall am ruhigsten.

Das sind nicht meine eigenen Schuhe, sondern spezielle NF-Walker-Schuhe.

Wie zuhause - der Bauchgurt wird erstmal improvisiert. ;-)

Hier noch Einblicke in den NF-Walker:

http://blog.madeformovement.com/hilfe-mein-kind-w%C3%A4chst-wie-passt-man-eine-steh-und-gehhilfe-an-ein-wachsendes-kind-an

http://www.forum.enbeka.de/hilfsmittel-nuetzliches/86-gehtrainer-der-nf-walker.html

Spannend wird es auch, ob Beihilfe und PKV die Kosten dafür übernehmen, sofern er sich als sinnvoll herausstellt. Immerhin hab ich ja auch einen Stehständer und einen Rollator und der (geschlossene) Hilfsmittelkatalog ist ja immer für Überraschungen gut...

http://www.online-pkv.de/pkv-bu-blog/nf-walker-fuer-kinder-ein-nicht-versichertes-hilfsmittel/


Beim Motomed habe ich so doll auf den Monitor eingeschlagen, daß das Gerät ausging und sich auch nicht mehr starten ließ. Daher war nach 5 Minuten Schluß. Nun muß der Techniker kommen und es reparieren.

Nachmittags schneite es weiter und aus Schneeregen wurde tatsächlich eine dünne Schneeschicht.

Zum Abendbrot habe ich nochmal Spaghetti Bolognese bekommen, man sieht es am gefärbten Mund.

Um 19:45 Uhr bin ich eingeschlafen. Papa hat noch gelesen. Er testet Harry Potter. :-)


Wer Folter befürwortet, ist mindestens so unmenschlich wie ein Terrorist. Abgesehen davon funktioniert sie nicht.

Kai Trebesius zu Donald Trump

Bis halb sechs hab ich geschlafen.

Insgesamt bin ich doch sehr wenig mobil. Abgeschnallt im Lagerungsblock setze ich mich zwar hin, mache aber keinerlei Anstalten, mich aus dem Ding rauszubewegen.

Und tagsüber ist das auch so. Ich mach mich zwar mal lang, um an meinen Ball oder Hasen zu kommen, aber mehr ist nicht drin. Dafür hab ich gut im Stehständer gestanden und dort meine Therapieeinheit absolviert.

Um 2.30 Uhr wurde ich wach und bin als ordentliches Schulkind auch nicht wieder eingeschlafen. Mutti war begeistert. Und unsere Zimmernachbarn garantiert auch.

Tagesplan:

08:00 Uhr Motomed
09:30 Uhr Schule
11:00 Uhr Physiotherapie
11:30 Uhr Stehtraining
13:30 Uhr Gangtrainer

Faszinierend. Da sind wir so früh wach und schaffen es nur mit Hängen und Würgen pünktlich um 8 Uhr zur Therapie. :-p

 

Mutti haßt ja meinen Schnuller. Ohne den wirds aber teilweise noch schwieriger bei den Therapien, weil ich dann nur mit den Händen im Mund rumfummel.

 

Nach der Motomed-Stunde bin ich glatt vom Fahrrad gefallen. Mutti holte die Rehakarre von draußen rein, weil im Raum kein Platz mehr war. Der Praktikant hatte mich schon abgeschnallt und hatte nicht mit meiner Geschwindigkeit gerechnet. Und Mutti hatte ihn nicht vorgewarnt. Also hab ich mich einfach zur Seite fallen lassen. Ich hab mich aber sogar mit den Armen abgestützt und bin nicht mit dem Kopf auf den Boden geknallt. Dafür hab ich den Schreck meines Lebens bekommen und 10 Minuten geweint und und geschimpft. :-(

Dann war alles wieder gut. Rechtzeitig zur Chefarztvisite waren die Tränen getrocknet.

Alle sind sehr zufrieden mit mir und ich mache große Fortschritte. Der Professor erwähnte, daß gestern mein Supertag war! Mutti durfte dann noch ihre zwei Fragen loswerden.

  1. Ab wann darf ich wieder zur Hippotherapie?
    Ich darf ab sofort wieder reiten! Es sollte nur nicht der dickste Ackergaul sein. 
  2. Warum wird die Beinlängendifferenz sofort ausgeglichen?
    Es leuchtet schon ein, daß die Hüfte grade stehen sollte und nicht schief. Und eine frischoperierte Hüfte erst recht, bevor sich da was verbiegt oder verschiebt. Mutti hatte aber im Internet (jaja, das muß nicht immer die Wahrheit sagen) gehört, daß es auch Ärzte gibt, die (in anderen Fällen?) aus irgendwelchen Gründen, genau anders argumentieren.
    Der Professor guckte über seinen Brillenrand und meinte: Man kann in der Medizin schon mal unterschiedliche Meinungen vertreten, aber glauben Sie mir, das ist der größte Blödsinn, den ich je gehört habe. Wenn man die Beinlängendifferenz nicht ausgleicht, dann tut der Rücken das und man wird total schief.

Die Schulstunde im Anschluß war toll. Wir haben ein Lied gesungen, in dem der Frosch auf der Wiese war und das Gras ihn am Bauch gekitzelt hat, und der Hund war auf der Wiese und die Katze und alle hat das Gras am Bauch gekitzelt. Ich bin dazu in meiner Karre quer durchs Zimmer gerockt und als die Bremse festgestellt war, hab ich mich um mich selbst gedreht mit der Karre.

 

 

Und weil ich wieder reiten darf, haben wir auf der Erdnuß schon mal Hippotherapie simuliert. Ich hab mit totgelacht, weil wir so wild gehüpft sind.

 

 

Danach mußte ich arbeiten. Aufstehen und hinsetzen. Aufstehen und hinsetzen... Gar nicht so einfach mit Orthesen ohne Schuhe. Die hat der Orthopädietechniker mitgenommen, um die Schuherhöhung von 1cm links zu machen und den Schuh mittags zurückzubringen.

 

Hier sieht man übrigens meine Blessuren vom Sturz ganz gut. Der Halbmond ist genau der Abdruck eines Holzelements meiner Schnullerkette. Deshalb hab ich vermutlich auch so geheult. Das ist, als wenn man barfuß auf einen Legostein tritt. ;-)

 

Der Stehständer funktionierte ohne Schuhe nicht gut. Dadurch war ich nämlich kleiner und konnte mich unten rausrutschen lassen.

 

Da ist mein Schuh! Wahnsinn, oder? Es ist kaum zu sehen, daß er umgearbeitet wurde! Eine sehr gute Arbeit.

 

Bei der Chefarztvisite wurde Mutti gefragt, ob der Auftrag an die Firma Akto oder Stolle gehen soll oder an unseren heimischen Orthopädietechniker. Letzteres ist natürlich unpraktisch, wenn man im Krankenhaus ist.
Mutti hat die Herren angelächelt und geflötet, sie sei eine Frau und damit sei klar, welchen Stellenwert Schuhe haben. Die Herren mögen sich draußen einigen, wer von beiden das besser hinbekommt, so daß der Schuh hübsch bleibt. :-)  Das hat super geklappt, oder? Wobei die Entscheidung letztlich aufgrund der örtlichen Nähe getroffen wurde, damit der Schuh bei der Hamburger Verkehrslage so schnell wie möglich zurück kam. 

Jedenfalls konnte ich die Schuhe gut für den Gangtrainer gebrauchen.

 

Weste an und dann gehts erstmal in die Höhe.

 

 

Diese Woche habe ich mich von 8,5 auf 11 auf 15 Minuten gesteigert!

 

Ich fliege!

 

 

Um 14 Uhr war Therapieende und wir sind auf den Kiez gefahren. Dort sind noch bis zum 5.2.2017 die 10 Gebote von Udo Lindenberg ausgestellt in der Katholischen Kirche St. Joseph in der Großen Freiheit.

Das war auch eine super Aktion. Lauter Treppenstufen vor der Kirche und der Rollstuhllift defekt. Dazu wenig hilfsbereite Menschen. Mutti hat mich die Stufen hochgetragen, auf den Boden gesetzt und dann die Karre hinterhergeschleppt.

 

 

Meine Begeisterung hielt sich in Grenten, während Mutti die Kirche von innen wunderhübsch fand und ihr auch die Bilder sehr gut gefielen.

Um 17 Uhr ging es endlich zum Friseur und mir wurde wieder ein Haarschnitt verpaßt. Aufgrund des Schlafmangels war ich sehr ungnädig und Manu hatte alle Hände voll zu tun, mir kein Ohr abzuschneiden. So lange wie heute haben wir noch nie gebraucht. Um halb acht waren wir erst fertig. Entgegen der Vermutung, ich würde sofort im Auto einschlafen, blieb ich die ganze Rückfahrt wach und kam erst um halb zehn zur Ruhe. Nach 19 Stunden!

Oma Garten meinte, ich sei 8 Jahre alt und ein Schulkind. Da sei es normal, keinen Mittagsschlaf mehr zu machen und deshalb wird Nachts durchgeschlafen. Als Mutter von drei Kindern hat sie da eine gewissen Erfahrung.

Papa teilte um 5.52 Uhr im Familienchat mit, daß das schlafende Schulkind von 1:20 bis 2:30 Uhr wach war und seit 5:00 Uhr. Das Schulkind halte sich nicht an Omas Vorgaben. Darauf meinte Oma nur ganz trocken: Ole hat eben seinen eigenen Kopf, wie wir alle. :-)

Tagesplan:

10:00 Uhr Bewegungsbad
11:30 Uhr Schule
13:30 Uhr Physiotherapie (1 Stunde)
13:00 Uhr Ergotherapie

Bewegungsbad war wieder super!

Nach Baden, Duschen und Haarewaschen:

Vor dem Unterricht hab ich noch ein paar Küddel in die Büx gemacht. Zum Mittag gab es dann Rahmspinat, Kartoffelbrei und Ei. Und danach einen Riesenhaufen. Es ist schon erstaunlich, was die Bewegung im Hinblick auf die Verdauung ausmacht.

Bei der Physio und Ergo hab ich richtig gut mitgemacht und toll gestanden. Alle waren begeistert.

Nachmittags rückte Mutti an und hat Papa abgelöst. Der hat morgen Weihnachtsfeier und deshalb tauschen die beiden heute.

Der fliegende Wechsel führte dazu, daß Mutti ihren allerersten Döner gegessen hat. Heute haben wir Kinder nämlich Döner gemacht! Tief in der Tasche versteckt ist das leckere angebratene Geflügelfleisch, nicht das jemand denkt, daß wäre ein vegetarischer Döner. Und ja, er ist mit ohne Salat, weil Mutti den nicht ißt.

5.40 Uhr wach.

Tagesplan:

08:30 Uhr Physiotherapie
09:30 Uhr Schule
10:00 Uhr Gangtrainer
11:30 Uhr Stehtraining
13:00 Uhr Ergotherapie (1 Stunde)

Im Gangtrainer hab ich 11 Minuten geschafft. Montag waren es nur 8 1/2 Minuten. Und ich habe die Augen nur ganz kurz zu gemacht.

Mittags gab es Spaghetti mit Gemüsebolognese. "Bitte sagen Sie jetzt nichts, Hildegard".

Papa bekam Rheinischen Sauerbraten.

Bei der Ergotherpaie habe ich zeitweise richtig gut gestanden. Anschließend sind wir eine Dreiviertelstunde spazieren gewesen. Die Sonne kam zwar langsam durch, es war aber a...kalt.

Um 1 Uhr war ich wach. Papa hat mich aber ignoriert. Wie lange ich wach war, ist unklar. Definitiv geschlafen habe ich von 4 Uhr bis 5:37 Uhr.

Tagesplan für den heutigen Dienstag:

08:30 Uhr Physiotherapie (1 Stunde)
10:00 Uhr Bewegungsbad
11:30 Uhr Schule
13:30 Uhr Motomed
15:00 Uhr Ergotherapie

Schwimmen war wieder super!

Frisch geduscht und mit gewaschenen Haaren:

Ich hab zum Mittagessen eine Geflügelfrikadelle mit Kartoffelbrei und Möhren bekommen. Papa hat sich seit Sonntagabend auf seine Currywurst gefreut!

Nachmittags wurde der Geburtstag eines anderen Therapiekinds gefeiert. Wir haben Waffeln gebacken!

Da hab ich doch gleich Kacki gemacht. Durch die Bewegung flutscht es wieder von alleine. Toi toi toi.

Von 3.34 Uhr bis 5:00 Uhr war ich wach und bin dann nochmal eingeschlafen.

Mein Tagesplan:

09:00 Uhr Motomed
11:00 Uhr Schule
12:30 Uhr Gangtrainer
13:30 Uhr Physiotherapie (1 Stunde)
15:30 Uhr Ergotherapie

 

Die provisorische Schuherhöhung von 1cm ist fertig. Sie wird morgen im Stehtrainer nochmal nachgemessen.

 

Bei der Physio bin ich für 3 Minuten eingepennt und bei der Ergotherapie war ich zum Ende motzig, so daß wir 5 Minuten früher aufgehört haben. Die Therapeutin meinte gleich, ob das zu viel für mich war an Therapien heute. Papa mutmaßte, ich hätte Hunger und dem war auch so. In Rekordgeschwindigkeit habe ich einen Joghurt inhalliert und war ich wieder gut drauf. Papa konnte das Gott sei Dank gleich der Therapeutin berichten, daß es HUNGER und nicht etwas ZUVIEL THERAPIE war.

Es war übrigens nochmal ein Arzt bei Papa, der erklärte, daß das hier eine ganzheitliche Reha wäre und nicht mit Köln zu vergleichen sei, wo immerhin Kinder therapiert werden, die nicht frisch operiert sind.

Uff. Die Ausschlafphase ist vorbei. Ich war um halb sechs wach.

Tagesplan:

09:30 Uhr Schule
11:00 Uhr Physio
12:30 Uhr Ergo
13:30 Uhr Motomed

Da konnte ich mit Mutti noch zum Frühstück in die Kantine gehen. Hin gehen wir über den Hof. Zurück gings wie immer durch den Keller mit den coolen alten Fliesen.

Gerade noch rechtzeitig, bevor ich (ausnahmsweise) zusammen mit Paul Unterricht hatte und Mutti los zum Rheumatologen mußte, kam die Chefarztvisite noch vorbei. Die Besetzung etwas kleiner als auf der Chirurgie, aber immer noch genug Menschen im Zimmer... Der Professor teilte mit, daß ich aufgrund meiner Beinlängendifferenz von ca. 1cm eine Schuherhöhung bekomme. Es kann sein, daß sich das im Laufe der Zeit noch verwächst, das wird man sehen. So eine Erhöhung unter der Sohle sieht ja ziemlich behindert aus, aber was solls. :-p
Mutti hat gewagt, anzumerken, daß sie grundsätzlich sehr zufrieden sei, die Anzahl der Therapien aber etwas mau findet. Ohhhh... das war nicht so gut. Die Cheftherapeutin von gestern warf sofort ein, daß das ja gestern schon Them,a gewesen sei und man sich streng an die Vereinbarungen mit den Krankenkassen halte. Der Professor unterstrich, daß die Anzahl der Therapien sich letztlich danach richtet, wieviel Geld es von der KK gibt. Mutti fand, daß man einmal täglich Physio und einmal täglich Stehständer auch locker zuhause hinbekommt und dann fehlt ja nicht mehr viel, bei drei Einheiten am Tag. Den Rest der Diskussion behalte ich mal für mich. Mutti ist nun eine Persona non grata, die keine Ahnung hat und Papa darf es nächste Woche ausbaden, denn es wurden schon weitere Gespräche angekündigt. :-p

Rechtzeitig zum Training auf der Erdnuß war Mutti wieder da. Die Erdnuß sieht aus wie ein überdimensionales Ü-Ei. Der Tag stand im Zeichen der Nuß. Kokosnuß (Schulunterricht) - Harte Nuß (Mutti) - Erdnuß (Therapie).

Ich hatte jedenfalls viel Spaß auf der Erdnuß und habe schön darauf gestanden. Zum Wochenabschluß gab es eine Runde Motomed.

Ich werde getreten.

Um 14.15 Uhr haben wir die Station mit wehenden Fahnen verlassen, um 15.30 Uhr waren wir zuhause! Schööööön.

Wieder gut ausgeschlafen bis halb sieben. Der Tagesplan:

09:30 Uhr Ergo
10:30 Uhr Bewegungsbad
11:30 Uhr Stehtraining
14:00 Uhr Physio

Im ersten Stock unter der Rehastation befindet sich der Verwaltungsbereich des AKK. Der alte Haupteingang ist wunderschön!

Eine Schwester hat meine Mutter tatsächlich als unkompliziert bezeichnet. Papa hat sich am Telefon fast totgelacht. Wobei die Schwester nicht ganz unrecht hat. Solange die Reha gut läuft, was die Therapien an sich und die Anzahl der Therapien angeht, ist Mutti ansonsten wirklich unkompliziert.

Bei der Ergo haben wir farblich abgestimmt gearbeitet. Alles in rotweißgestreift.

Kastanien in einer Metallschüssel sind sensationell. Lauter gehts nicht!

Das Bewegungsbad war auch wieder super!

Anschließend hab ich wieder auf Station geduscht und Haare gewaschen. Gerade wieder angezogen klopfte es an der Zimmertür und jemand stand fröhlich im Türrahmen. Es dauerte lange, bis Mutti raffte, wer es war. Eine Arbeitskollegin, deren Kind die Glasknochenkrankheit hat und die schon ganz oft zur Reha in Hamburg war.

Nach dem Gruppen_Stehen gab es Mittagessen. Die Kantine traut sich was! Kartoffel-Blattspinatgemüse mit Kokos-Curry-Dip. Wahnsinn. Richtig lecker!

Zurück gehts immer durch den Keller.

Bei der Physio war Mutti etwas genervt. Ich hatte meine Schuhe über den Orthesen noch nicht an. Die Therapeutin meinte, das sei nicht schlimm, weil sie dann besser prüfen könne, ob die Orthesen richtig sitzen. Und kontrollieren, ob es Druckstellen gibt. Meine Eltern würden doch kontrollieren, ob es Druckstellen gibt, oder? Nein - sie gucken zu, wie mir die Füße abfallen. ;-)

Und als es dann noch hieß, was die Reha für ein tolles Programm sei, meinte Mutti etwas einsilbig, daß sie die Therapieanzahl ehrlich gesagt etwas mau findet.

Das wird noch Thema werden. Ich kenn doch meine Mutter. :-)

Anmerkung:

Schon im Vorwege hatte Mutti Rückmeldungen im Internet bekommen, daß die Anschlußreha zwar toll sei, aber auch sehr langweilig, weil nicht viel passieren würde und man wenig Therapien hätte und zwischen den Therapien viel Zeit. Daraufhin hatte Mutti telefonisch nachgefragt, wie sich die Reha denn gestalte und die Leitung mit den Aussagen konfrontiert. Angeblich stimme das alles nicht. Es finden 3-5 Therapieeinheiten am Tag statt, gerechnet auf die Woche und das entspräche den Festlegungen, die man mit der Krankenkasse zur Rehabilitation der Phase C getroffen habe. Damals wurde Mutti dann noch gesagt: wenn man so nachfrage und eingestellt sei, dann gäbe es während der Reha eh nur Probleme...

Eine anwesende Mutter hat auf Nachfrage von Mutti bestätigt, daß sie sich oft fragt, warum man für 2 Therapien täglich eigentlich da sei. Das könne man zuhause auch organisieren.

Ich habe wieder bis 6.30 Uhr geschlafen. Mein Tagesplan sieht so aus:

09:30 Uhr Bewegungsbad

10:30 Uhr Motomed

11:30 Uhr Stehtraining

12:30 Uhr Schule

14:30 Uhr Gangtraining

Eine liebe Schwester hat uns zum Bewegungsbad im Keller gebracht. Das ist echt toll! Und sehr schick.

 

Die Seitenwände sind verglas, das ist wie ein Aquarium. Mutti hat mich auf den Beckenrand gesetzt und die Therapeutin hat mich "übernommen".

 

Erstmal haben wir Poolnudelreiten gespielt.

 

Und ich wurde ordentlich durchs Wasser geschwenkt.

 

Hoppe, hoppe Reiter.

 

 

 

Die Poolnudel wurde gegen Schwimm"flügel" getauscht.

 

 

 

Nach dem Schwimmen gings im Laufschritt zurück auf Station, wo ich nochmal geduscht und Haare gewaschen habe.

 

Ich hab es rechtzeitig aufs Motomed geschafft. Das kenne ich ja schon aus Köln. Voll begeistert. ;-) Aber immerhin bin ich nicht eingeschlafen. In Köln war das ja immer der Running Gag.

 

 

 

 

Vorm Mittagessen fand das Stehständertraining in der Gruppe statt. Wir standen alle im Kreis und mußten einen Ball in der Mitte des Kreises werfen.

 

Provenzalisches Hühnchen mit Kartoffeln und Oliven-Bohnen-Gemüse.

 

 

Und das war das Highlight des Tages, der Gangtrainer. Ich bekam eine Weste an, wie beim Laufbandtraining und wurde wie eine Marionette aufgehängt. Das Gerät bewegt meine Beine so, als ob ich gehen würde.

 

Therapeutin zu Mutti: "Ole hat die Augen zu. Bedeutet das was?"
Mutti: "Ja - dann schläft er meistens."
Therapeutin eine Minute später: "Ole schnarcht."
Mutti. "Jo, das ist normal."

 

 

Beim Abschnallen wurde ich wach und habe grenzdebil gelächelt. Therapeutin: "Ole, hast Du geträumt, Du bist gelaufen? Das war kein Traum!"

Mutti und ich haben bis 6.30 Uhr geschlafen. Ich hab zuerst gefrühstückt, Mutti hat um 8.30 Uhr geduscht und um 9.30 Uhr sind Mutti und ich zum Frühstück in die Kantine gegangen. Wir verloddern total.

So sieht mein Plan für heute aus - übersichtlich:

11:30 Uhr Physio

13:30 Uhr Ergo

15:30 Uhr Physio (60 Min)

Das ist übrigens die Kellerverbindung zwischen Kantine und Altbau.

Spontan bekam ich noch Musikunterricht... Wer hat die Kokosnuß geklaut?

Bei der Physio wurde ich erstmal durchgecheckt. Wie beweglich bin ich (noch)?

Mittag: Veganes Kartoffelgulasch statt Riesenhamburger mit Kartoffelwedges.

Bei der Ergotherapie wurde ein Stehständer für mich aus dem Pool gesucht und eingestellt. Ich durfte dazu ordentlich Krach machen!

Normalerweise gehen die Therapien nur bis 16 Uhr. Ausnahmsweise ging es bis 16.30 Uhr, weil eine Therapeutin Dienstags immer etwas länger arbeitet.

Ich sollte mich zu meinem Hasen bewegen, aber das klappt noch nicht so richtig.

Schaukeln ist cool.

Asiatischer Geflügeleintopf zum Abendbrot und für mich einen Einlauf.

Fazit: Eintopf sehr lecker, Einlauf sehr wirksam. Five Pounds without Bones.

Ich will raus aus dem Lagerungsblock! Ich hab die Nase voll!

Papa hat morgens geholfen, mich fertig zu machen und meinen Rehabuggy und die Taschen im Auto verstaut. Mutti und ich warteten dann auf den Liegendtransport, der für 8 Uhr bestellt war.

 

Um zwanzig nach acht hat Mutti telefonisch nachgefragt, was denn los sei. Alles gut, der Rettungswagen für den Liegendtransport ist unterwegs und es ist notiert: 9 Uhr in Hamburg. Okay, das dürfte wohl nix mehr werden. Gut, daß Mutti einen Puffer eingebaut hat. Dafür waren die zwei Jungs von den Johannitern sehr sympathisch und der Fahrer hatte Ähnlichkeit mit Stefan Henssler, das entschädigte fürs Warten. ;-)

 

 

Mutti war mit zwei Ampelphasen Vorsprung schon vorm Krankenhaus als wir kamen. Die Helios-Klinik Geesthacht hat einen Ableger im Kinderkrankenhaus Altona. Die Orthopädie des AKK befindet sich im 3. Stock im Neubau, die Anschlußrehabilitation findet im 2. Stock des alten Gebäudes statt.  

Das ist unser Blick aus dem Fenster (abgeschlossen, geht nur zu kippen - damit man sich nicht rausstürzen kann).

 

Taschen ausgepackt. WLAN läuft! Lätzchentest bestanden. Die haben große Lätzchen für Erwachsene mit einem tollen Patent zum Umhängen.

Dann fand das Aufnahmegespräch statt mit hunderttausend Fragen und der Test für den Barthel-Index wurde auch gemacht. Der Kandidat hat Null-Punkte! ;-)

Und dann gings auch schon zum Röntgen.

Hoffen wir mal, das ist ein gutes Röntgenbild.

Ich habe Zimmer 15 bekommen, das ist das Kuh-Zimmer.

Und ohne Vorwarnung kam um 13 Uhr die Lehrerin und ich mußte die Schulbank drücken. Nach dem ersten Schock war es echt toll! Sie hat "Wer hat die Kokosnuß geklaut?" für mich gesungen und das auf der Gitarre begleitet.

In der Anschlußreha ist es so, daß die Kinder oben auf Station verpflegt werden und die Begleitpersonen einen Chip bekommen und in der Kantine essen gehen. Heute gab es Maultaschen mit Pfifferling-Champignon-Sauce. Sehr lecker.

Wann kommt denn nun endlich die Ärztin? Sie muß das Röntgenbild ansehen und das Turnen freigeben.

Juhu! Röntgenbild sieht gut aus. Der Rinderknochen ist gut verwachsen und das Bein auch. Nachts soll ich weiterhin im Lagerungsblock schlafen und im Rehabuggy auch gerne mit dem Abduktionskeil sitzen. Ansonsten darf ich loslegen...

Ganz schön komisch, wenn man auf einmal auf dem Bauch liegen darf und das Abstützen ist auch ganz schön anstrengend.

Nach der Ärztin kam eine Therapeutin und hat gefühlt alle Fragen von morgens nochmal gestellt. Mutti war da langsam schon schlecht gelaunt und bei den Hilfsmitteln wurde sie ungnädig. Es ist völlig okay, daß man sich einen Eindruck verschafft, über welche Hilfsmittel der Rehabilitand verfügt. Hat er einen Rolli? Einen Therapiestuhl? Orthesen? Gehtrainer? Stehständer? Aber wozu ist es wichtig, wer der Hilfsmittelversorger ist? Es interessiert doch überhaupt nicht, ob der Stehständer von Firma Mustermann aus Musterstadt geliefert wurde oder von der Firma 08/15 aus Bielefeld. Das hat Mutti dann auch gleich rausgehauen. Wozu ist die Firma wichtig? Was hat das mit der Reha hier zu tun? Und was geht das die Rehaklinik an? Die Stimmung war danach erstmal etwas abgekühlt. Aber wozu diese Daten nun erhoben werden, daß ist immer noch unklar.

Mutti gefällt das alte Gemäuer sehr gut. Treppenhaus von außen:

Treppenhaus von innen:

Unsere hohen Fenster im Zimmer:

Nach dem Abendessen wurde ich gebadet. Schwester B. war so lieb, zu helfen und meinte, ich sehe aus wie Kevin allein zuhaus.

Haare gewaschen - das erste Mal seit dem 30.11.2016 - Juhu!

Ich hab mit Mutti im Bett gekuschelt und mich schön an sie gekuschelt.

Und 5 Minuten später hab ich selig geschlummert.

Endlich wieder auf dem Bauch liegen!

Anmerkung: Mutti hat mich nach einiger Zeit in mein Bett in den Lagerungsblock gelegt.

Der letzte Tag! Die Nerven liegen blank. Ich will mich bewegen.

Dafür, daß ich am Bauch festgeschnallt bin, komme ich erstaunlich gut zum Sitzen und kann mich sogar vorbeugen. Mutti überlegt, mich am letzten Tag mit einem Sandsack oder einer Gehwegplatte auf dem Bauch daran zu hindern.

Die Taschen sind gepackt. Es kann losgehen.

Morgen um 8 Uhr kommt der Liegendtransport und bringt mich nach Hamburg. Dann checken wir in der Anschlußreha ein und warten darauf, daß meine Hüfte geröngt ist. Wenn alles okay ist und sich nichts verschoben hat, dann gehts los mit dem Turnen!

Montag. Angelika war von 6 Uhr bis 13 Uhr da, dann hat Mutti sie abgelöst.

Meryl Streep, die großartigste Schauspielerin überhaupt, hat bei der Verleihung der Golden Globe Awards in Los Angeles eine beeindruckende Rede gegen Donald Trump gehalten, der in einer Wahlkampfrede die Bewegungen eines körperlich Behinderten nachgeäfft hat.

Diese Frau ist beeindruckend! Wunderbar.

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